Mein Jahr in Indien

Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.

 
04Juni
2015

Moin Moin aus Hamburg!

Ich hab nun schon einige Anläufe versucht und doch bin ich immer wieder gescheitert. Es ist einfach nicht so leicht in einem kurzen Text verständlich zu machen, was mich dazu bewogen hat, vorzeitig nach Hause zu fahren. Als sich die Entscheidung angebahnt hat, waren die ganzen Für und Widers so verwirrend, dass ich nur für mich schon 10 Seiten zu Papier gebracht habe.

Damit nun aber mein Versprechen diesen Blog noch zu Ende zu führen nicht völlig in Rauch aufgeht, schreibe ich einfach über andere Dinge, vielleicht erklärt sich dadurch einiges von selbst.

Neulich wurde ich an einem Tag gleich zwei mal gefragt, ob ich es nun eigentlich bereuen würde, nicht mehr in Indien zu sein. Ich gebe zu, ich bin schon ein bisschen neidisch, wenn ich bei Facebook Bilder von Bergen, Teeplantagen, Mangos und Saris sehe. Aber noch fällt es mir zum Glück nicht schwer, mir die unangenehmen Situationen ins Gedächtnis zu rufen und meine wiedergewonnene Freiheit ganz bewusst zu genießen. Außerdem war einer der Gründe für meine Abreise auch das Gefühl, in Indien nicht alles zu erleben, was ich mir für mein Jahr Pause zwischen Bachelor und Master erhofft hatte. Ich wollte auch genug Erfahrung sammeln, um im Master genau zu wissen, was ich will. In Indien hatte ich alles im Kopf, nur nicht mehr mein Studium. Das war ja zuerst auch nicht schlecht, aber mit der Zeit hat es mir schon gefehlt. Also kam mir die Idee ein Praktikum zu machen. Und nun sitz ich hier in Hamburg, nach einem 9-h-Arbeitstag auf dem Weg nach Hause und bin glücklich über den Verlauf der Dinge. Eins kann ich euch sagen, langweilig ist es hier auf keinen Fall. So ein Sprung ins kalte Wasser der Bauwirtschaft ist irgendwie auch ein Kulturschock der eigenen Art! Und jetzt, wo die Sonne rauskommt, ist es einfach nur schön in Hamburg zu sein!
17April
2015

Da bin ich wieder

Einige von euch wissen es schon: Ich bin wieder in Deutschland – nach 6 statt den geplanten 11 Monaten. Die Stille hier auf meinem Blog hing nicht zuletzt mit dieser „Planänderung“ zusammen. Aber nun bin ich wieder da, nicht nur in Deutschland sondern auch auf meinem Blog. Denn so offen möchte ich ihn nicht im Raum stehen lassen, auch wenn das bedeutet, dass nicht jeder Beitrag Heiterkeit und Sonnenschein darstellen wird.

Ich möchte versuchen euch zu erklären, weshalb 6 Monate genau richtig waren, welche Erlebnisse die Zeit aufregend und unvergesslich gemacht hat, was mich zum Gehen veranlasst hat, wie das Gefühl war, nach Hause zu kommen und was ich zukünftigen Indienreisenden und Freiwilligen mit auf den Weg geben möchte. Außerdem habe ich noch so viele Fotos auf der Festplatte, um die es schade wäre, sie nicht mit euch zu teilen.

Schreibt mir auch in Zukunft gerne eure Fragen in die Kommentare oder als private Nachricht, dann kann ich gezielt darauf eingehen.

Mit dem Versprechen, dass ihr nun wieder öfter von mir hören werdet,

Eure Kati

02Januar
2015

Happy New Year!

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Diesen Neujahrsgruß aus unserem Office möchte ich gerne an euch weitergeben! Ich hoffe ihr seid alle laut und fröhlich ins neue Jahr gestartet!

Ich habe mit 13 anderen Freiwilligen aus der Umgebung am Strand gefeiert. Das war überwiegend gemütlich, aber wir hatten auch ein paar Knaller und Musik zu der wir eine kleine Tanzeinlage auf den Sand gelegt haben. Außerdem waren wir nach Mitternacht noch schwimmen und sind dann irgendwann unterm Sternenhimmel eingeschlafen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen zu bedanken, die mich im letzten Jahr unterstützt haben und immer für mich da sind. Mit euch an meiner Seite, freue ich mich auf 2015!

Ich wünsche euch allen ein gesundes und glückliches neues Jahr!
26Dezember
2014

Fröhliche Weihnachten!

Ich wünsche euch allen ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest! Genießt die freien Tage, genießt das Zusammensein mit euren Lieben und die vielen kleinen Traditionen! Ich denke an euch und schick' euch ein paar Sonnenstrahlen!

Feuerwerk nach dem Gottesdienst Die Krippe neben der Kirche Unser' Weihnachtsbaum zu Hause Familienfoto (Vincent (Manjus Mann), Manju, Papa, Mama, Ranju, Meret und ich Weihnachten am Strand Ja, es ist Weihnachten, auch wenn das Wasser 29°C hat! Weihnachtsdeko im Office. Am 24. und 26. wird hier gearbeitet! Naja, in der Pause kann man auch Fotos hochladen! ;)

24Dezember
2014

Gottesdienst an Heilig Abend

Hier habe ich ein Paar Eindrücke vom Gottesdienst an Heilig Abend zusammengestellt. Insgesamt gab es ziemlich viel Programm, so dass es für uns nicht ganz so langweilig wurde, denn natürlich fand alles auf Kannada statt.

Im ersten Video sieht man erst eines von mehreren Theaterstücken, die allerdings nichts mit einem Krippenspiel zu tun hatten. Danach kommt eine von mehreren Tanzaufführungen und im Anschluss der Weihnachtsmann höchstpersönlich.

Video: Kirche

Im zweiten Video habe ich eine weitere Tanzdarbietung in voller Länge aufgenommen, für alle, die noch nicht genug haben. Dort wird eindrucksvoll dargestellt, wie viel besser es uns mit Jesus geht, wenn wir allen Versuchungen des gefährlichen Lebens entsagen. Viel Spaß!

Video: Kirche - Jesustanz

21Dezember
2014

Guten Morgen vom Kudle Beach, Gokarna

Einen fröhlichen 4. Advent wünsche ich euch! Ich sitze im Sand und genieße die frischen 20 Grad, den Fakt dass mich heute Nacht die Riesenspinne von mindestens 15cm Durchmesser in unserem Zimmer am Leben gelassen hat und dass ich mit Mädels hier bin, die sich über die vielen am Strand meditierenden Hippies mit Dreadlock-Nestern auf ihren Köpfen ebenso wie ich nur wundern können.


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15Dezember
2014

Neue Blogeinträge

Einige von euch haben mich schon dezent darauf hingewiesen, dass ich meinen Blog etwas intensiver nutzen könnte. Ihr habt ja Recht, in der letzten Zeit haben mich nur die Weihnachtsgeschenke und –post, einige kleine Reisen, die Planung des Urlaubs mit meinen Eltern im Februar, der ein oder andere Power-Cut oder auch einfach mal schlechte Laune und keine Lust davon abgehalten. Da der Blog aber für mich auch eine Erinnerung werden soll, werde ich mich bemühen, so viel wie möglich nachzutragen. Einige Ereignisse liegen schon so weit zurück, dass ich alle neuen Einträge von heute hier verlinken werde, damit ihr nicht alles durchscrollen müsst. Ich hoffe, ich kann euch mit der Lektüre die Weihnachtszeit etwas versüßen. Eine fröhliche Adventszeit wünsche ich euch!

Deepawali

Mein Zimmer

Gettogether Simha Farm

Mysore Hotel

Mysore Tag 3

Mysore Tänze

Beach Cleaning

15Dezember
2014

Mein Zuhause für 11 Monate

Wie ich schon mal angedeutet hatte, wohnt meine Gastfamilie in Tallur, ein Vorort von der kleinen Stadt Kundapur. Tallur besteht hauptsächlich aus einer T-Kreuzung, ein paar kleinen Geschäften, Schneidern, Friseuren, Blumenverkäufern, kleinen Restaurants, ein paar Eisdielen und einem Postamt. Hinter einer kleinen Reihe von Läden, versteckt sich unser Haus. Im Vergleich zu anderen Einfamilienhäusern ist es durchschnittlich groß und ausgestattet. Aber es ist irgendwie nicht so vollgestopft mit Krimskrams und sehr sauber. Unser Gastpapa wischt bestimmt jeden zweiten Tag den Boden im ganzen Haus. Einen Stromgenerator für die vielen Stromausfälle haben wir zwar nicht, und auch keine Waschmaschine, aber immerhin fließendes Wasser, also Bäder auch im Haus. Das Wasser bekommen wir aus dem Brunnen auf unserem Grundstück. Von dort aus wird es in einen Tank auf dem Dach gepumpt und speist alle Wasserhähne im Haus und im Garten.

Meret und ich teilen uns ein Zimmer. Wir sind beide überrascht, wie gut das eigentlich geht. In Deutschland konnten wir es uns nicht vorstellen. Wir haben jeder ein Bett, das statt Lattenrost einfach eine Holzplatte hat und eine Matratze, die so dick ist, wie die Polster der deutschen Gartenliegen. Meine ist außerdem irgendwie ziemlich beulig, aber wenn ich ein bisschen hin und her rutsche, finde ich auch eine bequeme Position. Am Anfang dachte ich, so werde ich nie schlafen können, oder zumindest Rückenschmerzen bekommen. Erstaunlicherweise ist nichts davon eingetreten. Außerdem haben wir jeder ein kleines Tischchen für unsere persönlichen Sachen und einen Kleiderschrank, den wir uns teilen. Mein Mückennetz wurde direkt am ersten Abend mit vereinten Kräften von Papa und Gastbruder Ranju aufgehängt und schützt mich seitdem (fast immer) vor Mücken, Spinnen, Staub und sonstigem Gesocks.

Mein Bett steht vor dem Fenster Meret's Bett und Tischchen, unser Kleiderschrank

Von unserem Zimmer aus geht ein kleines Badezimmer ab. Dusche, Waschbecken und Toilette in einem – sehr praktisch. Alles, was man braucht, ist ein Eimer mit Schöpfeimerchen und den Wasserhahn dazu.

07Dezember
2014

Ein Hindu-Festival

Ashwini, eine Bekanntschaft von einer meiner ersten Busfahrten, hatte mich und Meret eingeladen, sie auf ein Tempel-Festival in Uppunda zu begleiten. Hier zeigte sich mal wieder, wie gut es ist, jemanden dabei zu haben, der sich auskennt. Wir waren ein bisschen früher da, denn zum Ende kamen echt Massen an Menschen! Die Parade mit dem Triumpfwagen haben wir zwar verpasst, aber wir wurden auch nicht totgetrampelt.

Als wir ankamen, waren schon in der ganzen Straße Verkaufsstände aufgebaut. Auch Tombolas und Geschicklichkeitsspiele gab es da. Ganz am Ende befand sich aber der Tempel, den Ashwini und ihre Mutter zum Gebet besuchten. Uns haben sie einfach mitgenommen. Also Schuhe aus, rein in den Tempel, Türschwelle mit der Hand berühren ließen wir aus. Drinnen einmal Glocke läuten und dann drei mal um den inneren Tempel schreiten. Dabei an jedem Götterschrein ganz erfurchtsvoll gucken und dann zügig weiter, es ist viel los. Danach noch einmal in die Schleife vor dem Eingang des inneren Tempels, ein Scheinchen in die Spendenbox, einen Schluck heiliges Wasser in die Hände bekommen, einmal an die Lippen, ein bisschen was auf den Kopf, eine Blüte in die Hand gedrückt und dann die Schale mit dem Farbpulver. Davon etwas zwischen die Fingerspitzen nehmen und einen Punkt damit auf der Stirn, mittig, direkt am Haaransatz machen. Dann noch die Blüte irgendwie in die Frisur zwirbeln - fertig und raus.

Draußen gingen die beiden noch zu einem weiteren kleinen Nebentempel, danach einmal um den ganzen Tempel herum. Am Ende bekamen wir einen Laddu (ein süßes Bällchen) und ein Getränk zu dem mir beim Kosten sämtliche Worte im Hals stecken geblieben sind, mit denen ich Meret noch warnen wollte. Ich glaube, es war purer Ingwer mit schwarzem Pfeffer und nem Haufen anderer Gewürze!

Der Rest gestaltete sich wirklich wie ein Jahrmarkt. Süßes gab es, Luftballons, Ramsch und ein "Riesenrad". Davon habe ich ein Video gemacht, das lade ich bei Gelegenheit mal hoch. Ich glaub, ich hätte mich nicht in dieses Gefährt gesetzt!

Danach wurden wir auf einen Chai und ein paar Kleinigkeiten zu Essen in das Haus von Ashwinis Tante eingeladen. Ich find es immer wieder spannend, die Häuser von innen zu sehen! Dort warteten wir dann auf die Parade. Leider fing die aber schon früher an, als erwartet. So haben wir nur noch ein Foto mit der ganzen Familie gemacht und sind dann wieder nach Hause gefahren.

Der Triumpfwagen für die Parade Special Festival-Sweets Qualitätsspielzeug langsam wird es voll so typisch für Indien - Hanuman neben Maria neben Ganesha neben Buddha neben Jesus Ballons Bangles in rauhen Mengen Familie, Ashwini und ich ich, Ashwini und Meret

30November
2014

Gesundheitsbericht November

In diesem Monat durfte ich erfahren, dass man sich wirklich durch Zugluft erkälten kann. Als wir den einen Tag nach Mangalore gefahren sind, saß ich auf Hin- und Rückfahrt je drei Stunden im Bus am offenen Fenster. Ausgerechnet an dem Tag hatte ich natürlich kein Tuch dabei. Naja, am nächsten Tag rechtes Nasenloch, Tag darauf das linke, noch ein Tag beide und dann war es wieder gut.

Ansonsten hat es sich leider inzwischen mit der hohen Luftfeuchtigkeit erledigt, sodass das altbekannte spannende Gefühl auf der Haut nach dem Duschen wieder da ist. Aber das ist schon ok, es gibt ja Creme. Und wenigstens muss man jetzt keine Angst mehr haben, dass einem Taschen, Gürtel, Pässe und Bücher verschimmeln.

Die Situation mit meinen Haaren ist unverändert. Sie kommen mir dünn vor, aber man sieht noch keine lichten Stellen oder kann sie in Büscheln herausziehen.

An meiner rechten Hand hat sich eine Stelle entwickelt, an der die Haut irgendwie trocken und rauh ist. Meine Verdacht liegt auf dem Waschmittel in dem ich meine Hände beim Waschen bade. Tja... was will man machen. Das geht wohl wieder weg, sobald ich meine Waschmaschine zurück habe.
29November
2014

Ein Hoch auf Conductor und Rikschafahrer

Es gibt ja so Geschichten, die man eigentlich nicht erzählen will, weil es genau die sind, vor denen man gewarnt wurde, die natürlich aber trotzdem passieren. Zum Beispiel, dass man im Dunkeln am Highway steht und von einer Gruppe Männer erklärt bekommt, der Bus würde hier nicht halten, man müsse einen halben oder auch einen ganzen Kilometer in diese Richtung laufen.

Was blieb uns anderes übrig, als uns auf den Weg zu machen. Zum Glück mit Taschenlampe bewaffnet. Indien in der Pampa mit Powercut kann ganz schön dunkel sein. Aber tatsächlich fanden wir die beschriebene Haltestelle nach zehn Minuten zielstrebigem Fußmarsch!

Dort lungerte wieder eine Gruppe Männer herum, die uns allerdings keinerlei Beachtung schenkten - bis sich ein Rikschafahrer zu ihnen gesellte. Der fragte dann natürlich, wo wir hinwollten. Zu unserem Erstaunen rechnete er uns aber vor, dass es bis Kundapur viel zu teuer wäre (200 Rs. also ca. 2,70 €) und er uns lieber einen Bus anhalten wolle.

Wie sich herausstellte waren wir auf diese Hilfe tatsächlich angewiesen, denn der Bus, von dem alle gesprochen hatten, war ein Express-Bus und hätte regulär dort nicht gehalten. So schnell wir in den Bus gesprungen waren, mussten wir aber auch wieder heraus, da der Conductor meinte: "Tallur? (Da wohnen wir ja eigentlich.) Nee! Express-Bus! Hält dort nicht!"

Der nette Rikschafahrer versicherte uns, es käme noch ein Bus, das sei ein Freund von ihm, no problem! Und siehe da, nach ein paar weiteren Minuten, ein Bus, ein REISEBUS, in voller Fahrt! Aber er hielt tatsächlich. Ich schwöre, der Rikschafahrer hat dem Conductor Geld zugesteckt als wir einstiegen. Und dann saßen wir da in einem luxuriösem Reisebus mit Stoffüberziehern über den Kopfteilen der Sitze und luftdichten Fenstern und konnten es kaum glauben! 15 Minuten später wurden wir ohne einen Rupee bezahlt zu haben, direkt vor unserem Haus rausgelassen. Das war gestern.

Heute sind wir zu den Jog Falls, den höchsten Wasserfällen Indiens gefahren. Als wir auf der Suche nach dem Bus zurück waren, fingen 2-3 Männer, unter anderem ein Conductor, wie wild an zu erklären, wir sollten mit einem Taxi nach Kargal fahren, um dort den Bus zu nehmen. Wir vermuteten wieder mal ein völlig überteuertes Angebot, dass gerne ahnungslosen Touristen untergejubelt wird. Außerdem waren wir in einem Bus von Kargal aus gekommen, also musste es ja auch einen zurück geben.

Als wir uns abwandten, um in den Bussen nachzufragen, die dort herumstanden, wusste der Conductor plötzlich ganz genau, welcher Bus nach Kargal fuhr und schrie uns hinterher. Allerdings meinte er dann auch, dass er den Bus nach Kundapur anrufen müsse, damit der auf uns wartet.

Am Ende stellte sich heraus, dass wir den Bus nach Kundapur wohl wirklich verpasst hätten, wenn er nicht Bescheid gegeben und uns beim Umsteigen direkt den richtigen Bus gezeigt hätte. Wer weiß, wann der nächste gefahren wäre... Uns in ein Taxi stecken zu wollen, war also keine Abzocke, sondern der gut gemeinte Versuch uns rechtzeitig zum Bus zu bringen.

Man muss schon sagen, manchmal kümmern sich selbst wildfremde Inder wirklich ehrlich und selbstlos um uns.

P.S.: Ein Conductor ist eine Art Schaffner für Busse.
22November
2014

Soundpollution, Sir!

Da sitz ich hier auf einer Veranstaltung für Schulkinder zum Thema "Sound Pollution", also wie sich Lautstärke auf die Gesundheit auswirkt und warte auf unseren Einsatz. Wir dürfen nämlich mal wieder ein kleines Theater aufführen. Allerdings sind wir erst in einer Stunde dran, manche sagen in zwei Stunden. Lassen wir uns überraschen. Jedenfalls wird da vorne etwas über Dezibel erzählt, in einer Lautstärke, dass die Boxen sich selbst übertreffen und man das Gefühl hat, sie wollen am Negativbeispiel demonstrieren, wie es NICHT sein sollte. Vielleicht würde man sonst aber auch nichts verstehen, denn vor dem Fenster ist eine Baustelle, wo an der Kreissäge gerade Steine geschnitten werden.

Tja, also es ist Samstag und Theater spielen ist sowieso unsere Lieblingsbeschäftigung, aber was tut man nicht alles für ein kostenloses Mittagessen! (Keine indische Veranstaltung ohne Essen für alle!) Außerdem haben wir für unseren Einsatz den Montag freibekommen, nachdem wir überzeugend traurig dargestellt haben, dass sonst unser Wochenendausflug ins Wasser fallen würde. ;)

Auf dem Weg hierher habe ich ein Foto auf der Hauptstraße in Kundapur gemacht, das die allgegenwärtigen Gegensätze ganz gut darstellt. In dem Geschäft rechts im Bild habe ich mir gestern noch mal einen Sari gekauft. Angeblich ist er aus Seide, der Verbrennungs-Geruchs-Test sagt meiner laienhaften Nase auch nichts Gegenteiliges, aber für 11,50€ kann ich es noch nicht so ganz glauben...


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22November
2014

Sea Turtle Work Camp

Einmal im Monat organisieren die Freiwilligen im Sea Turtle Conservation Project bei FSL ein zweiwöchiges Work Camp, um die Aufklärungsarbeit über Meeresschildkröten, die hier in der Umgebung nisten, voranzutreiben. Denn Fischernetze und Müll im Wasser sind für die Schildkröten lebensbedrohlich, zum Teil gelten die Eier als Delikatesse und auch freilaufende Hunde, Straßenlichter und Lärm erschweren die Eiablage und die gesunde Entwicklung des Nachwuchses. Dazu kommt, dass wahrscheinlich aufgrund des Klimawandels oder Strömungsverlagerungen ohnehin schon weniger Schildkröten zu ihren Nistplätzen finden. Meeresschildkröten legen ihre Eier nämlich nur an den Strand, an dem sie selbst geschlüpft sind.

Im November kündigte sich allerdings nur eine Teilnehmerin an, so dass wir als Construction-Team kurzerhand eingesprungen sind! Also bauten wir in einem Fischerdorf eine Hütte als Info-Stand an den Strand. Dafür lernten wir von den Fischerfrauen, wie man aus Cocospalmblättern traditionell  geflochtene Matten herstellt. Außerdem führten ein Puppentheater für die Schulkinder auf und liefen anschließend mit ihnen durchs ganze Dorf um Flyer zu verteilen und auf die Schildkröten aufmerksam zu machen. Mein persönliches Highlight war ein Wandgemälde, das wir an eines der Häuser malen durften.

21November
2014

Sustainable Agriculture - Exposure Visit Mangalore

Ich weiß, ich bin mit meinen Einträgen ein bisschen hinterher... Hier passiert einfach zu viel! :) Aber für zwischendurch könnt ihr nochmal einen Eintrag auf dem FSL Blog lesen. Dort gibt es auch ein paar Bilder von unserem Besuch kleiner Farmen im Umkreis von Mangalore, die wir besucht haben, um einige Methoden auch hier auf unserem Gelände umzusetzen.


http://fsl-india.org/blog/2014/11/exposure-visit-to-to-neermarga-village/http://fsl-india.org/blog/2014/11/exposure-visit-to-to-neermarga-village/


In diesem zweiten Eintrag sieht man uns ganz fleißig an verschiedenen Projekten auf unserem Gelände arbeiten:


http://fsl-india.org/blog/2014/11/gully-plugs-at-fsl-india-training-cenre/http://fsl-india.org/blog/2014/11/gully-plugs-at-fsl-india-training-cenre/

17November
2014

FSL India Blogeintrag

FSL hat mich gebeten einen Eintrag für ihren Blog zu schreiben. Der ist jetzt online und ich finde, das ist eine gute Gelegenheit für euch, mal zu gucken, was FSL India und andere Freiwillige noch so machen. Also, hier entlang:

http://fsl-india.org/blog/
02November
2014

Meine neue Garderobe

Wenn man hier was neues zum Anziehen haben möchte geht man Shoppen. Soweit nichts Ungewöhnliches. Im nächstbesten Klamottenladen findet man dann aber keine fertigen Teile, schon gar nicht nach Farben, Stil oder Größe sortiert auf Bügeln zum Durchstöbern. Nein, da gibt es nur einen Tresen, dahinter Regale, vollgestopft mit in Plastik verpackten Stoffen und einen Haufen kichernder Inderinnen, die diejenige vorschubsen, die am besten Englisch kann. Wenn man dann seinen Wunsch nach zum Beispiel "Dress Material" laut werden lässt, fangen sie alle gleichzeitig an, besagte Plastikverpackungen aus dem Regal zu reißen und die Inhalte unter Kommentaren, wie "nice colour" und "cottoncotton" auf den Tresen zu knallen. Wenn man sich nicht ganz schnell die Stoffe greift, die einem gefallen und sie in Sicherheit bringt, verschwinden sie unter einer Flut von weiteren. Wenn der Sturm vorbei ist, hat man dann das dumpfe Gefühl von Überforderung.

Das Problem an diesem Dress Material ist nämlich, dass es immer aus drei Stoffen besteht: für die Hose, für das Oberteil und für den Schal. Leider bekommt man oft schon von einem einzigen Stoff ein leichtes Flimmern vor den Augen, da sie sich in Muster und Farbkombinationen alle gegenseitig übertreffen. Wenn dann aber drei davon in einem Set sind, kann man nur noch von Abenteuerlichkeit sprechen.

Angenommen man hatte Glück und konnte eine augenkrebsfreie Kombination ergattern, legt man 3 bis 6€ auf den Tisch und kann sich nun ein Chudidar Set schneidern lassen. Das bedeutet: ab zum Schneider des Vertrauens. Da beginnt das eigentliche Dilemma. Schneider gibt es hier wie Sand am Meer. Leider muss ich sagen, dass alle vier, die ich bisher wahllos ausprobiert habe, nicht so ganz zufriedenstellende Arbeit geleistet haben. Von Hosenbeinen, die schon als Ärmel das Prädikat Wurstpelle verdient hätten, über nicht abgesprochene besonders "fancy" Ausschnittformen bis hin zu kaputten Reißverschlüssen und schiefen Nähten wär alles schon dabei.

Naja, im Ergebnis habe ich nun aber eine kleine Sammlung mit Kleidern, die mich gut durch meinen indischen Alltag bringen:

eine Kurta, die habe ich fertig gekauft noch eine Kurta, auch fertig gekauft Chudidar-Set Nr. 1 Chudidar-Set Nr. 2 Chudidar-Set Nr. 3 Chudidar-Set Nr. 4 ein Sari, der mir geschenkt wurde, damit ich auf eine Hochzeit komme :D ein leichter Sommersari, sehr angenehm zu tragen :)

31Oktober
2014

Gesundheitsbericht Oktober

Kurz: ich bin immer noch gesund und munter.

Allerdings hatte ich Anfang des Monats in Mysore auch etwas Schlechtes an nem Straßenstand gegessen und davon einen Tag lang Bauchgrummeln und Durchfall. "Auch" deshalb, weil mysteriöserweise grob geschätzt die Hälfte der 40 Freiwilligen, die dort waren, an dem Tag irgendwas mit'm Magen hatte, obwohl alle woanders gegessen hatten. Einige sind mit Lebensmittelvergiftung direkt zum Arzt, andere haben das fast zwei Wochen (zum Teil mit Fieber) mit sich rumgeschleppt, weil es nur "so halb" schlimm war. Sogesehen hatte ich Glück. Nach einem Tag war alles wieder gut!

Ab und zu jucken meine Augen und sind morgens etwas geschwollen. Ich denke, das liegt an dem Staub, der auf den Straßen aufgewirbelt wird und einem in den offenen Bussen dann ins Gesicht bläst.

Beim Kämmen verliere ich ziemlich viele Haare. Nun kann ich nicht so richtig einschätzen, ob es der allseits gefürchtete und unter Europäern in Indien leider weit verbreitete Haarausfall ist, oder daran liegt, dass ich die Haare hier nie offen trage, und alles was übern Tag rausfällt, also auch nicht verschwinden kann. Noch habe ich keine ganzen Büschel in der Hand, werde es also einfach weiter beobachten.

Gehört habe ich inzwischen von zwei Deutschen mit Dengue-Fieber. Die wurden allerdings in Bangalore angesteckt (von Mücken), also weit weg. Hier soll das Risiko sehr gering sein. Und so richtig schlimm was es auch nicht. Eine Woche Fieber - fertig.

Mein Kreislauf gewöhnt sich immer mehr an die Temperaturen, meine Haut findet das feuchte Klima ganz hervorragend und meine Verdauung kommt jetzt auch mit drei Mal am Tag Reis klar. Mir geht es also wirklich gut!
26Oktober
2014

Deepawali

Das Diwali oder Deepawali (Licht = deepa in Kannada) ist nun wirklich das angekündigte Lichterfest, das ein paar Tage Ende Oktober gefeiert wird. Für die Hindus bedeutet es die Jahreswende, daher ist es soetwas wie Weihnachten und Silvester zusammen. Es werden sogar auch Geschenke verteilt, Lichter angezündet und Feuerwerk gezündet. Da meine Gastfamilie christlich ist, habe ich mich kurzerhand bei anderen Freiwilligen einladen lassen. Für die Familie begann der Tag mit dem gegenseitigen Begießen mit Kokosöl. Abends haben wir dann mit ihnen zusammen das Haus mit kleinen Öllampen, Lampinons und Lichterketten geschmückt. Als Höhepunkt gab es dann ordentlich Feuerwerk. (22.10.2014)

den Lampion hab ich als Geschenk mitgebracht

Auf dem FSL-Gelände hat jemand Rangoli gestaltet (Muster auf dem Boden aus Reismehl). (23.10.2014)

Feiertagskleider

Am Wochenende waren Meret und ich mit unserem Gastbruder in Mangalore. Dort waren die großen Malls auch geschmückt. (25./26.10.2014)

  ein Rangoli bei Pizza Hat

24Oktober
2014

Indian English

Hier wird doch recht viel Englisch gesprochen. Allerdings handelt es sich um ein etwas anderes Englisch, als wie wir es kennen. Das zeigt sich zum Beispiel in folgenden Bedeutungsverdrehungen:

chocolate = Süßes aller Art, selten Schokolade
candy = alles Süße, aber auch Eis am Stiel
gum = Klebestift (glue = Flüssigklebe)
chewing gum = auch für Gummibärchen
hotel = Restaurant
wine shop = Laden der Alkohol verkauft
to go to the hospital = zum Arzt gehen
perfume = auch für Deo
auntie/uncle = ungefähr jeder
you can = eine Aufforderung, die keinen Widerspruch duldet
juice = Saft, aber auch Fanta
refreshments = Snacks, also Essen
hot water = abgekochtes, aber kaltes Wasser

Außerdem wird das Alphabet deutlich anders ausgesprochen. Alles, was mit "e" anfängt, wird "je" gesprochen. Da kommt dann sowas wie "jeff", "jes", "jem" und "jen" bei raus.

Auch das Zählen hört sich anders an. Das geht nämlich so: One, two, tree, four, fi_e...

Generell fällt es den Kannada-Muttersprachlern schwer das V auszusprechen. Das wird dann einfach weggelassen. Und Artikel gibt es in Kannada nicht. Entsprechend auch nicht die Notwendigkeit im Englischen damit anzufangen.

Mit ein bisschen Gewöhnung, klappt die Verständigung aber ganz gut. Und ich arbeite fleißig an meinem indischen Akzent. ;)
17Oktober
2014

Volunteers Gettogether auf der Simha Farm

Ca. 2,5 Stunden Busfahrt von hier in den Ghats liegt eine Farm mit Unterkünften für Reisende. Dort hatten wir unser erstes monatliches Treffen aller Freiwilligen aus der Umgebung. Wenn man das Gelände erreicht, denkt man zunächst, wo ist die Farm?, hier ist nur Wald!, bis man darauf kommt, dass die Früchte ja alle auf Bäumen wachsen und dass der vermeintliche Wald aus fein säuberlich angelegten Baumreihen besteht. Viel gibt es über den Ort eigentlich nicht zu sagen, außer dass es wirklich wunderschön dort ist. Einfach ruhig und frisch. Ein toller Ort zum Fotografieren. Leider waren wir nur eine Nacht dort.


Auf dem Rückweg am nächsten Tag besuchten wir noch den Mookambika Tempel in Kollur.

11Oktober
2014

Begegnung beim Schneider

Bisher war es mir selbst noch nicht passiert, und nun doch. Eben saßen Meret und ich beim Schneider um je ein Churidar-Set in Auftrag zu geben. Da kam eine weitere Kundin in den 1,5 qm großen Laden und fing nach ein bisschen Smalltalk an, unsere Haut zu loben. Ob wir wohl eine Creme benutzen würden. Wir sähen so schön aus! So weiß und so ohne Pickel und so ohne Falten! Ich hab ihr versprochen, dass die Falten sicher noch kämen und wir bestimmt keine Bleichcreme benutzen. Sie sagte sie sei noch auf der Suche nach einer guten Bleichcreme, denn die sie bisher hatte waren gar nicht gut für die Haut... *achnee* Dann hat sie mir noch erzählt, dass sie auf der Suche nach einem Mann sei und immer abgewiesen wird. Ich schätze sie mal auf Mitte 30. Das ist hier in Indien natürlich viel zu alt zum Heiraten und falls sie sogar schon mal verheiratet gewesen sein sollte, sind ihre Chancen noch schlechter. Ich bin mir nicht sicher, ob der Ansatz mit der Bleichcreme die richtige Lösung ist...
Wie gesagt, bisher wurde ich noch nicht wirklich auf meine weiße Haut angesprochen, aber es gibt sie wirklich, die Frauen, die versuchen ihre Heiratschancen mit Bleichcremes zu verbessern!
10Oktober
2014

Waschen unterm Hibiskusbaum

Heute Morgen konnte ich mich endlich mal durchringen, früh aufzustehen und meinem Berg Wäsche zu Leibe zu rücken. Und früh muss es schon sein, denn wenn die Sonne scheint, ist es ab 8 Uhr unerträglich warm. Und Abends wird es früh dunkel, man wird von Mücken attackiert und die Wäsche trocknet langsamer, was sie etwas moderig riechen lässt. Also mache ich mich mit einem Haufen Wäsche rechts unterm Arm, einer Tüte mit mehr Wäsche in der linken Hand, den kleinen Eimer mit Waschpulvertüte und Bürste am Finger balancierend auf den Weg nach draußen. Auf dem Weg drückt mir meine Gastmutter noch den orangenen Wascheimer in die freie Hand. Draußen wandert dann alles "Dringende" in den orangenen Eimer. Damit ist er randvoll - ungünstig. Also disponiere ich kurzerhand in einen großen weißen Eimer um. Wasserhahn an und während der Eimer langsam vollläuft, räum ich schon mal den Waschstein frei von Bürsten und Seifen. Der Waschstein ist eine große grob gehauene Granitplatte, die schräg auf einem Betonsockel sitzt, wie ein Tisch, auf dem das Wasser nach hinten ablaufen kann. Heute probiere ich mit meinem neu erstandenen Waschpulver mal die "Viel-hilft-viel-Theorie" aus und schütte eine Handvoll Pulver mit in den Eimer. Das schäumt ganz hervorragend und ich wühle ein paar Minuten mit den Händen darin herum, bis ich das Gefühl habe, es zieht sich durch alle Klamotten. Dann das übliche Prozedere: einzelne Teile raus, Flecken und Geruchsintensive Stellen noch mal auf dem Stein mit Bürste und extra Seife bearbeiten und dann alles mindestens zwei mal durch klares Wasser, bis es kaum noch schäumt. Diesmal braucht es mindestens vier Spülgänge. Viel Pulver macht anscheinend auch viel Arbeit. Aber ich habe Glück, heute ist es wolkig und die Temperatur deshalb erträglich. Nur die Blüten des Hibiskusbaums haben sich ohne die Sonne noch nicht geöffnet. Damit kann ich ausnahmsweise leben. Nach 1,5 Stunden hängt nun ein großer Teil meiner Kleidung kräftig ausgewrungen und ein paar Mal ausgeschlagen auf der Leine.

Das Foto hab ich am nächsten Tag gemacht - mit Hibiskus in voller Blütenpracht. Und weil ich die Kamera grad draußen hatte, gibt's auch noch Bilder von unserem Haus dazu!

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06Oktober
2014

Henna

Jetzt habe ich mir selbst auch Henna-Farbe gekauft und mir ein Tattoo gemalt. Aber ein bisschen Heimat muss auch sein. Erkennt es jemand?

 

05Oktober
2014

Mysore - unser Hotel

Hier sind noch ein paar Bilder von unserem Hotel. Für 3 € die Nacht kann man sich wohl nicht beschweren.

04Oktober
2014

Mysore Tag 3

Morgens wollten wir uns in der Nähe eine große Kirche im gotischen Stil anschauen. Der Weg führte uns durch das Muslimische Viertel von Mysore, wo es sehr farbenfrohe Häuser gibt und wo Tiere auf der Straße gehalten und geschlachtet werden. Noch verstörender war dann allerdings der Anblick der Kirche von innen. Alles war knallbunt angemalt und Jesus über dem Altar hatte einen LED-Heiligenschein. Leider durfte man keine Bilder machen.

Am frühen Nachmittag fand dann die große berühmte Parade statt. Leider sind wir auf der Suche nach einem Platz zum Zuschauen ins Gedränge gekommen und plötzlich ging es weder vor noch zurück. Besonders unangenehm war, dass die Situation direkt schamlos ausgenutzt wurde, und wir angegrapscht wurden. Zum Glück waren auch ein paar hilfsbereite Inder zur Stelle, die uns zwischen sich ein kleines bisschen Platz gemacht haben, damit wir dort bleiben konnten. Raus ging nämlich nicht mehr, auch wenn ich es mir sehr gewünscht habe, dafür waren es zu viele Menschen, Häuser im Rücken, abgesperrte Straße davor.

Die Parade selbst war schon cool, auch wenn es eingequetscht stehend, zum Teil ohne Schatten, echt anstrengend wurde. Mich hat sie sehr an Karneval erinnert. Es wurde viel getrommelt und getanzt, die Kostüme waren zum Teil traditionell und sehr aufwendig. Am Anfang und am Ende sind sogar geschmückte Elefanten mitgelaufen. Und es gab lauter große Themenwagen. Das Geschehen drum herum fand ich allerdings etwas beängstigend. Es waren so viele Menschen, dass sie sogar auf die Häuser kletterten und in den Bäumen hingen. Regelmäßig sind die Polizisten mit ihren Stöcken auf die Menge losgegangen, um die vordersten Reihen dazu zu bewegen, sich wieder hinzusetzen. Allerdings machte es den Eindruck, als hätten die Inder Spaß daran zu rangeln, zu drängeln, sich gegenseitig zu provozieren und anzuschreien. Mit der erwähnten Häuserwand im Rücken, kann man schon mal Angst bekommen, wenn die Menschenmenge vor einem plötzlich hysterisch laut wird und anfängt sich zu bewegen.

Abends waren wir dann noch in einem großen Klamottenladen, wo ich zwei Saris und ein Chudidar-Material gekauft habe.

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